Ausnahmen oder nicht, das ist hier die Frage….

Die Challenge ist vorbei und viele fragen sich nun vielleicht: Wie weiter? Ausnahmen ja oder nein?

Heute wollen Marion und ich euch etwas über Ausnahmen erzählen…

Wann, wie oft, was…genau diese Frage haben wir uns während des Zuckerexperiments auch gestellt…6 Wochen lange war es bei uns eh kein Thema…Ausnahmen gab es nur an Geburtstagen für die Kinder. Sonst gar, gar keine, nicht mal eine klitzekleine…das haben wir durchgezogen…danach…tja…das ist dann Verhandlungssache mit der Familie

Ich habe während unseres Experiments das Buch von Eve O. Schaub: A Year Of No Sugar gelesen und war inspiriert.

Eves Familie (2 Mädchen) hatten ihre klaren Familienregeln und darum haben wir in unserer Familie ebenfalls neue Regeln für das Jahr ohne Zucker besprochen.

Andere Regeln als die Schaubs…unsere eigenen Familienregeln:

Grundregeln für den Alltag:

  1. im Alltag keinen Zucker, egal hinter welchem Namen er sich versteckt!
  2. keine künstlichen Süssstoffe (Ausnahme Stevia / Xylit / Erythrit in seltenen Fällen und in Minidosen, für selbstgemachte Schokolade oder wenn absolut nötig)
  3. keine Süssgetränke oder Säfte, Schorlen…
  4. sehr süsse Früchte (Mango, Banane…) und Dörrfrüchte nur sehr selten, als Ausnahme
  5. ca. einmal pro Monat Schinken, Bratwurst, Cervelat oder Fleischkäse
  6. prinzipiell nur selbstgemachte Süssigkeiten ohne Zucker (viele davon findest du unter Rezepte)

Ausnahmen:

  1. An Geburtstagen, Einladungen oder speziellen Anlässen / Festen dürfen wir etwas Süsses essen (aber lieber nicht trinken).

Restaurant:

  1. Im Restaurant fragen wir den Koch und verlangen zucker- und mehlfreie Speisen, das geht wunderbar!
  2. Es darf aber auch mal eine Ausnahme geben, z.b. an speziellen Anlässen oder bei Einladungen…

Feiertage: Ausnahme!

Ihr seht…es gibt Ausnahmen…warum?

Weil wir finden, dass 1 Jahr ohne Zucker sonst für uns nicht machbar wäre, zu sehr wäre die Isolation der Kinder (Geburtstage, Festtage…) und ich glaube auch, dass man so zufriedener ist…das ist meine Meinung… 🙂

Allerdings muss ich sagen, dass das Zuckermonster nur drauf lauert…nach Weihnachten war der Einstieg wieder hart und schwer…für uns ist es einfacher zuckerfreie Süssigkeiten zu essen als richtigen Zucker…aber ich denke auch das ist individuell und muss jede Familie selbst rausfinden…

Marion hat euch dazu etwas geschrieben:

Zuckerfrei ernähren – Sind Ausnahmen sinnvoll?

Hallo, ich bin Marion von inspiriert-sein.de , ehemals zuckersüchtig und Autorin des Buches „Raus aus der Zuckerfalle – So schaffst Du den Ausstieg aus der Zuckersucht“.

Angela hat mich gebeten, meine Ansicht zum Thema „Ausnahmen“ mit Dir zu teilen.

Nie wieder Süßes ist doch auch keine Lösung!

Also erst mal vorweg, ich kenne so gut wie niemanden, der bereit ist, dauerhaft auf Zucker und Süßigkeiten zu verzichten. Für einen begrenzten Zeitraum, für eine Challenge – kein Problem. Aber für immer und in allen Situationen? Wenigstens ab und zu möchten die meisten doch mal eine Ausnahme machen.

Klar kann der gelegentliche Süßhunger auch mit gesünderen und natürlicheren Alternativen und ganz ohne herkömmlichen Zucker gestillt werden (dazu brauchst Du nur einmal einen Blick in Angelas Rezeptideen  zu werfen), aber manchmal möchte man einfach nicht ganz so streng zu sich sein. Zum Beispiel dann, wenn man bei Familie oder Freunden zu Kaffee und Kuchen eingeladen ist, beim Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, auf Feiern oder an Festtagen. Gerade für Kinder ist es wichtig, dass sie auch mal Ausnahmen machen dürfen, z. B. bei Kindergeburtstagen, Klassenausflügen oder anderen gesellschaftlichen Anlässen, um nicht immer als Außenseiter dazustehen.

Das Ziel der meisten „Zuckersüchtigen“ ist also nicht die permanente Zuckerfreiheit im Sinne von „nie Zucker essen“, sondern die Freiheit, gelegentlich auch mal Ausnahmen machen zu können, ohne gleich wieder dauerhaft in alte Ernährungsmuster zu verfallen. Ist das möglich?

Ausnahmen sind möglich, aber …

Aus eigener Erfahrung und Beobachtung an anderen kann ich guten Gewissens behaupten, dass es durchaus möglich ist, auch als ehemals Zuckersüchtiger gelegentlich Ausnahmen zu machen, ohne gleich wieder rückfällig zu werden. Hier mal ein Stück Kuchen, dort einen Schokoriegel oder eine Pizza aus Weißmehl – all das sollte drin sein, wenn man der Zuckerfalle tatsächlich entkommen ist.

Allerdings birgt jede Ausnahme auch die Gefahr eines Rückfalls, vor allem dann, wenn man sich zu früh zu einer Ausnahme hinreißen lässt.

Ausnahmen in der Anfangszeit des Zuckerentzugs lieber meiden

Wenn Du gerade dabei bist, Deinen Körper das erste Mal von Zucker zu befreien, also einen Zuckerentzug gestartet hast, dann vermutlich mit dem Ziel, dass sich die Biochemie Deines Körpers von dem Zuviel an Zucker der letzten Jahre erholen kann. Das braucht seine Zeit. Genauso brauchen auch unsere Geschmacksknospen auf der Zunge ein paar Wochen, um sich von der unnatürlich starken Süße aus konzentrierten Süßungsmitteln zu entwöhnen. Wenn Du in dieser Zeit der Entwöhnung eine Ausnahme machst, kann das gefährlich sein. Dazu ein kleiner und vereinfachter Ausblick in die Biochemie unseres Körpers.

Schokolade macht glücklich

Naschen macht glücklich! Das wissen wir wohl alle. Der Grund dafür liegt in der Mitte unseres Gehirns, unserem Belohnungssystem. Das ist ein nur erbsengroßer Bereich, der dafür zuständig ist, uns mit guten Gefühlen zu belohnen, wenn wir etwas sinnvolles für den Erhalt unseres Lebens machen. Da Süßes in aller Regel viele Kohlenhydrate und damit viel Energie liefert, bewertet es unser Belohnungssystem als positiv, wenn wir etwas naschen. Es kann nicht unterscheiden zwischen der natürlichen Süße aus Obst und der künstlich hergestellten Süße aus raffiniertem Zucker oder isolierten Fruktoseprodukten. Für unser Belohnungssystem gilt: je süßer, um so besser!

Wenn wir also etwas Süßes essen, werden bestimmte Stoffe frei gesetzt, die dazu führen, dass wir uns hinterher besser fühlen. Eine wichtige Rolle spielen dabei z. B. Dopamin und Serotonin. Wenn diese Botenstoffe an den Rezeptoren der Nervenzellen andocken, steigt unsere Stimmung, unsere Leistungsfähigkeit wird verbessert und wir fühlen uns glücklich und zufrieden. Das Problem dabei ist, dass unser System nicht für die Stimulierung durch konzentrierte Süßprodukte geschaffen ist. Diese lösen eine im Vergleich zu natürlichen Lebensmitteln viel viel stärke Ausschüttung von Glücksbotenstoffen aus. Dafür ist unser Körper nicht geschaffen.

Wenn wir ständig Süßes aus künstlichen Quellen essen, beginnt unser Körper, die Rezeptoren, an denen die Glücksbotenstoffe andocken müssen, damit sie ihre Wirkung entfalten können, abzubauen. Nicht um uns zu schaden, sondern weil er uns vor einer Überstimulierung schützen möchte. Die Folge davon kennen wir als Zuckersüchtige wohl nur all zu gut: Wir brauchen immer mehr Süßigkeiten, um uns besser zu fühlen.

Wenn wir jetzt eine Zuckerentwöhnung starten und sämtlichen zugesetzten Zucker aus unserer Ernährung streichen, beginnt unser Körper die Anzahl an Rezeptoren wieder auf das normale Maß zu erhöhen. Jetzt gibt es ja schließlich keinen Grund mehr, Rezeptoren abzubauen – im Gegenteil. Damit auch von Natur aus süße Nahrungsmittel wie Obst, Tomaten, Kürbis usw. wieder als Belohnung wahrgenommen werden (was ja von der Natur aus so vorgesehen ist, denn wir erinnern uns süß = Kohlenhydrate = Energie), braucht es ausreichend Rezeptoren für die Glücksbotenstoffe.

Wenn wir jetzt eine Ausnahme machen und etwas Süßes mit zugesetztem Zucker essen, kann das tückisch sein. Denn jetzt trifft die durch die künstliche Süße freigesetzte übergroße Menge an Dopamin auf sehr viele Rezeptoren und sorgt für außergewöhnliche Glücksgefühle. Dieser „Rausch“ kann so verführerisch wirken, dass wir wieder in der Zuckerfalle landen und den Weg zurück in die Zuckerfreiheit erst mal nicht mehr finden.

Ich empfehle Dir daher: Mach die Ausnahmen nicht zu früh, vor allem dann, wenn Du zuvor sehr stark zuckersüchtig warst. Lass Deinem Körper die Chance, seine Biochemie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wie lange das dauert, ist von Einzelfall zu Einzelfall etwas unterschiedlich. Suchtexperten gehen jedoch davon aus, dass unser Körper etwa 8 bis 12 Wochen braucht, bis er sich wieder vollständig regeneriert hat. Ich weiß, das klingt hart, aber die Mühe lohnt sich. Nach der Zuckerentwöhnung wirst Du tatsächlich wieder in der Lage sein, gelegentlich etwas zu naschen ohne gleich wieder rückfällig zu werden. Außerdem wird Dich nach der Zeit der Entwöhnung die Süße aus natürlichen Nahrungsmitteln vollkommen befriedigen, Du wirst auf einmal Dinge als süß empfinden, die Du zuvor überhaupt nicht als süß wahrgenommen hast. Dann bist Du wirklich auf dem Weg in die Zuckerfreiheit, denn dann brauchst Du keinen zugesetzten Zucker mehr, um glücklich zu sein!

  

 

Und wenn wir beim Thema Ausnahmen sind…nächstes mal gibt es hier auf meinem Blog wieder etwas zu gewinnen…etwas Süsses…

Ich wünsche euch eine gute Woche…zur Info: meine Blogbeiträge erscheinen momentan etwas unregelmässig…ich arbeite an verschiedenen, spannenden Projekten…freut euch…

Über Facebook oder den Newsletter erfährst du aber immer sofort, wenn es News gibt und Rezepte lade ich ständig neue auf meinen Blog unter Rezepte… 🙂

 

 

 

 

 

 

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