Zuckerfrei – (k)ein Zuckerschlecken?!

Mich erreichen immer wieder viele Fragen zum Thema zuckerfrei…aber 1 Frage wird mir am häufigsten gestellt:

Ist zuckerfrei für dich und deine Familie echt so einfach und easy? Keine Schwierigkeiten, inneren Kämpfe, Ausrutscher und Rückfälle?

Doch! Auch für uns ist zuckerfrei nicht immer einfach…und auch wir haben in den nun bald 10 Monaten immer mal wieder damit zu kämpfen oder Ausrutscher…

Dazu möchte ich euch ein paar Erlebnisse, Erfahrungen und Tipps mit auf den Weg geben…der Weg ist eben nicht immer schön geradeaus, manchmal etwas holprig oder auch mal steinig zwischendurch und ab und zu muss man sogar über einen Abgrund springen…zwischendurch gehts auch mal rückwärts, dann wieder im Schnelltempo vorwärts…so ist eben das Leben…bunt und über Stock und Steinaber ihr seid auf diesem Weg nicht alleine…ich kenne inzwischen so viele Familien, welche diesen Weg versuchen zu gehen und bei den meisten siehts genau so holpig aus wie bei uns oder eben eventuell auch bei dir…also keine Angst, wenns bei euch nicht immer rund läuft oder auch mal rückwärts geht…hauptsache man bleibt auf dem Weg und versucht es immer wieder…

Aller Anfang ist schwer!

So war es auch bei uns, die Familie wollte am Anfang nicht so recht mitmachen, es brauchte viel Geduld, Erklärungen und Kochkunst, damit die Familie bei Laune blieb…ich war anfangs sehr motiviert und überzeugt, aber ich hatte starke Entzugserscheinungen, welche es mir nicht einfach machten…vor allem nebenbei noch die Familie bei Laune zu halten und immer fantasievoll zu kochen…da bei mir die Abnahme neben der Gesundheit stark im Fokus stand, war ich anfangs eisern und sehr, sehr stark…

…erstaunlicherweise hat sich die Familie, vor allem die Kinder sehr schnell an die Zuckerfreiheit gewöhnt und es war plötzlich gar kein grosses Thema mehr…die Kinder waren mit einem Ei, Käse oder Knäckebrot mit Butter als Snack zufrieden und Beeren oder etwas Apfel als Süssigkeit war völlig zufriedenstellend…ich hatte da ehrlich gesagt länger zum umgewöhnen und abgewöhnen…bei mir war es anfangs vor allem der Kopf, der das unbedingt wollte…

Alle Kritiker haben gemeint, dass es den Kindern schwer fallen wird, aber unsere Erfahrung hat uns gezeigt, dass wir Erwachsenen viel mehr Mühe mit der Umstellung hatten als die Kinder. Und uns Erwachsenen fiel es auch schwerer mal Nein zu sagen. Ich vermute, dass dies mit der jahrelangen Zuckergewöhnung zu tun hat, welchem die Kinder ja noch weniger lange ausgesetzt waren.

Nach dem 4 Wochen Experiment verlängerten wir ja auf 6 Wochen. In dieser Zeit haben wir absolut gar keinen zugesetzten Zucker (auch keine Früchte) zu uns genommen. Danach fiel die Entscheidung 1 Jahr ohne zugesetzten Zucker leben zu wollen, jedoch mit Ausnahmen und unseren Familienregeln .

Unsere eigenen Familienregeln (Jan 2017):

Grundregeln für den Alltag:

  1. im Alltag keinen Zucker, egal hinter welchem Namen er sich versteckt!
  2. keine künstlichen Süssstoffe (Ausnahme Stevia / Xylit / Erythrit in seltenen Fällen und in Minidosen, für selbstgemachte Schokolade oder wenn absolut nötig)
  3. keine Süssgetränke oder Säfte, Schorlen…
  4. sehr süsse Früchte (Mango, Banane…) und Dörrfrüchte nur sehr selten, als Ausnahme
  5. ca. einmal pro Monat Schinken, Bratwurst, Cervelat oder Fleischkäse
  6. prinzipiell nur selbstgemachte Süssigkeiten ohne Zucker (viele davon findest du unter Rezepte)

Ausnahmen:

  1. An Geburtstagen, Einladungen oder speziellen Anlässen / Festen dürfen wir etwas Süsses essen (aber lieber nicht trinken).

Restaurant:

  1. Im Restaurant fragen wir den Koch und verlangen zucker- und mehlfreie Speisen, das geht wunderbar!
  2. Es darf aber auch mal eine Ausnahme geben, z.b. an speziellen Anlässen oder bei Einladungen…

Feiertage: Ausnahme!

Ihr seht…es gibt Ausnahmen…warum?

Weil wir finden, dass 1 Jahr ohne Zucker sonst für uns nicht machbar wäre, zu sehr wäre die Isolation der Kinder (Geburtstage, Festtage…) und ich glaube auch, dass man so zufriedener ist…das ist meine Meinung… 🙂

Allerdings muss ich sagen, dass das Zuckermonster nur drauf lauert…nach Weihnachten und auch Ostern war der Einstieg wieder hart und schwer…für uns ist es einfacher zuckerfreie Süssigkeiten zu essen als richtigen Zucker…aber ich denke auch das ist individuell und muss jede Familie selbst rausfinden…

Das war also unsere Abmachung nach dem 6 Wochen zuckerfrei Experiment. Und wir versuchen uns möglichst dran zu halten, was aber nicht immer so einfach ist!

Kurz vor Weihnachten haben wir das erste mal Zucker in Form von Weihnachtskeksen gegessen und die ersten paar Tage ist nichts passiert, doch schon nach wenigen Ausnahmen, erwachte mein Zuckermonster und war nur noch schwer wieder schlafen zu legen, so habe ich strikte wieder einen Entzug gemacht…auch hier muss ich sagen, dass die Kinder den Übergang von etwas Süssem essen zu wieder strikte zuckerfrei viel besser, einfacher und schneller meistern wie wir Erwachsenen, diese Erkenntnis hat mich doch sehr erstaunt und aber auch sehr, sehr gefreut!

Nach Ausnahmen finde ich es wichtig, sich wieder strikte zuckerfrei zu ernähren, mindestens für ein paar Wochen, denn meine Erfahrung: wenn zu viele Ausnahmen folgen, dann wird es immer schwerer wieder in die Zuckerfreiheit zu finden und die Entzugserscheinungen werden auch wieder stärker (wenn auch nie mehr so stark wie beim ersten Entzug!)… es lohnt sich also gleich nach einer Ausnahme wieder zuckerfrei zu werden und sich ganz bewusst zuckerfrei zu ernähren. Nach Ostern und Geburtstagsausnahmen merke ich das jedes Mal…sofort wieder rein in die Zuckerfreiheit, denn sonst kommt der Schlendrian und es ist unglaublich, wie schnell sich der Zuckerkonsum wieder ins Leben einschleicht…das wird mir immer wieder von Lesern berichtet und das erfahre ich auch selbst, wenn ich nicht ganz streng mit mir selbst bin…ich weiss, jeder ist anders…aber wenn du wie ich der ganz oder gar nicht Typ bist, dann ist es eben besser wenig Ausnahmen zu machen und danach gleich wieder zuckerfrei zu essen…schon nach 3-4 Tagen Ausnahmen merke ich wie ich in alte Essensmuster falle, wieder ständig Lust auf Süsses habe und zwischendurch nasche…und das obwohl ich seit gut 10 Monaten kaum mehr Zucker esse…

Soll man da überhaupt Ausahmen machen?

Ja, das habe ich mich auch schon gefragt, bei mir ist es mehr Low Carb als zuckerfrei, wo es immer mal wieder Ausnahmen gibt (mal eine Kartoffel, etwas Reis, Mais oder auch mal etwas Dinkelbrot…und schwupps…ist das Verlangen nach Kohlenhydraten wieder da…)…nach nun 10 Monaten mitten in unserem zuckerfrei Projekt kann ich nur für mich und meine Familie reden, uns tut es einfach besser, wenn wir selten Ausnahmen machen und unsere Kinder sind sehr schnell wieder im Zuckerfreialltag drin, ich hingegen brauche jedes Mal ein paar Tage und habe auch jedes Mal einen Minientzug (etwas schlechte Laune und Unwohlsein) durchzustehen…darum ist mein Fazit: Wenige gewählte Ausnahmen, ganz bewusst geniessen und dann SOFORT wieder zuckerfrei essen! Nichts einkaufen, dass ich nicht essen will oder Zucker zugesetzt hat! Und einen grossen Bogen um Bäckereien und Eisdielen machen…dazu habe ich einen Blogbeitrag geschrieben: LINK 

Und wenns dann doch mal mehr als eine Ausnahme ist?

Ich habe bis jetzt nach jeder Ausnahme wieder die Kurve gekriegt und es geschafft zuckerfrei weiter zu machen…dank dem Blog, Kontakt mit anderen Zuckerabstinentlern und euch 🙂 Aber ich bin mir sehr bewusst, wie schnell man von einer Ausnahme wieder im alltäglichen Zucker(wahnsinns)konsum drin sein kann…hier ein Eis, zugesetzter Zucker in Wurst, Müsli, Drinks, dort ein Schokoriegel etc. … aus einer Ausnahme wird dann 1 Woche, 1 Monat und plötzlich isst man wieder Zucker jeden Tag…damit dies nicht geschieht, setze ich mir nach Ausnahmen immer gleich einen Termin: z.B. am Osterdienstag zuckerfrei starten…oder nach dem Geburtstag wieder zuckerfrei essen etc…. dieser Termin wird mit der Familie besprochen, alle “Resten (z.B. Osterschoggi)” wird verspeist, verschenkt oder entsorgt und dann geht es wieder los…ich kann euch leider kein anderes Patentmittel mitgeben, als immer und immer wieder voll und ganz durchstarten nach Ausnahmen oder Rückfällen…einen Termin setzten und gleich loslegen…sonst wird es schwer und ich weiss, dass auch ich sehr, sehr schnell wieder im Zuckeralltag ankommen würde…wenn ihr Unterstützung braucht, ich helfe euch gerne via Mail oder FB… 🙂

Hier für alle, welche mit Rückfällen zu kämpfen haben: LINK 

und hier: LINK 

Wie geht es dir mit der Zuckerfreiheit, dem Zuckerentzug, was macht dein Zuckermonster nach Ausnahmen, wie gehst du mit Ausnahmen oder Rückfällen um? Es würde mich sehr freuen von dir und deinem Weg zu lesen / hören…

Eigentlich wollte ich euch heute ja über die Lizza berichten und Pizzarezepte posten…doch da ich diese Woche mehrere Anfragen zu Rückfällen erhalten habe, fand ich dieses Thema wichtiger und verschiebe die Lizza noch etwas….

Hast du Fragen zu zuckerfrei, abnehmen, Low Carb, Familie und zuckerfrei, mir…bald mache ich ein Q & A…

Stell deine Fragen doch einfach hier in den Kommentaren auf Facebook oder per Mail / PN und ich werde versuchen in einem Q & A so gut als möglich aus meiner Sicht und mit meiner Erfahrung zu antworten…

 

Nächste Woche stelle ich euch unsere LUSH Haarpflegeprodukte vor und es gibt wieder eine tolle Verlosung 🙂

Schöne Woche 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5 Kommentare

  1. Rebecca

    Hallo. Meine Fragen für dein Q&A:
    – Zuckerfrei leben ist ja auch aufwendig, da man alles selber kochen/backen muss. Wieviel Zeit verbringst du täglich mit dem Vor- und Zubereiten von Mahlzeiten, Desserts, Vorrat etc.?
    – Wieso esst ihr nebst zuckerfrei auch Low Carb? Welchen Zusammenhang hat das?
    – Du nutzt für Süssspeisen ausschliesslich Xylit/ Erythrit. Was ist mit Reissirup? Ich habe gelesen, den kann man auch fürs zuckerfrei kochen benützen. Stimmt das?
    – Geht ihr auswärts essen? Und wenn ja, was bestellt ihr dann?
    – Wie verhalten sich die Kinder, wenn sie ein zuckerfreies z’Nüniböxli haben und andere haben Chips, Würstli, Riegel oder Gummibärli dabei? Naschen sie von den andern oder wie geht ihr damit um?

    Danke, freue mich sehr auf dein Q&A 🙂
    Rebecca

    Antworten
    • zuckerfrei2

      Hallo Anita
      Ja, für jede Familie ist etwas anderes stimmig, jeder muss für sich selbst rausfinden, was stimmt und vor allem was machbar ist…für die einen gehen regelmässige Ausnahmen problemlos und nach einem Stück Schoggihasen fahren sie mit zuckerfrei weiter, für andere endet eine Ausnahme in einem Rückfall, der mehr und mehr im Zuckeralltag endet. So kann ich hier auf meinem Blog nur über unsere Erfahrung sprechen. Genau wie deine Erfahrungen für deine Familie stimmen, jede Familie muss selbst rausfinden, wie es passt und wie sie mit Ausnahmen umgeht…das Wichtigste ist aber, dass man immer am Ball bleibt und sich damit auseinandersetzt und man hinter seinen Entscheidungen stehen kann.

      Lg
      Angela

      Antworten
  2. Nicole Sc

    Hallo! 🙂

    Ich bin sehr froh, dass ich diesen Blog gefunden habe, genau das Richtige für mich! Es ist wirklich nicht immer einfach zuckerfreie Lebensmittel zu finden und zuckerfrei zu kochen. Und schon garnicht es jeden in der Familie recht zu machen. :-/

    Mein Mann hat im Mai die Diagnose Diabetes erhalten und lebt seither Zuckerfrei. Er hat inzwischen schon beträchtlich an Gewicht verloren und fühlt sich fitter und voll Energie. Man merkt richtig den Unterschied zu früher. Er war ständig müde und ausgelaugt, das ist jetzt vorbei! 😀 Ich versuche, so weit es geht, die ganze Familie genauso zu verköstigen. Meine Kinder meckern zwar ab und zu, aber Gesundheit geht vor!

    Der Film „VOLL VERZUCKERT“ hat uns auch die Augen geöffnet und gezeigt wo sich der Zucker überall versteckt. Ich kann den Film nur empfehlen!

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  3. Nicole Schäfer

    Hallo zusammen! 🙂

    Habe ein tolles leckeres Rezept gefunden und gleich auf unserem Blog gepostet…
    low carb Blumenkohlreis… das wollte ich unbedingt mit euch teilen.
    Versucht ihn mal, ich hoffe ihr mögt ihn so wie ich! 😀

    Auf ein gesundes Leben!

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